Archive for the ‘war crime’ Category

Mesic on presidential pardons

Saturday, December 12th, 2009

Mesic on presidential pardons

Asked by reporters if he would be “openhanded” when it came to presidential pardons at the end of his term in office, President Mesic said that, “pardons were a sign of clemency to those who had met the conditions for it,” and that the number of pardons issued did not depend on him, but rather on the facts established for those that submit requests for a pardon. Asked whether he would pardon General Mirko Norac, Mesic said that he did not know because, as he said, Norac would first have to submit a request, and that he had yet to be sentenced to an integral prison term for the two criminal proceedings that had been led against him. As concerns the possible pardon of Hrvoje Petrac, Mesic noted that the court had taken all the circumstances in consideration in pronouncing its verdict and that, if their were reasons for a pardon, the competent commission would “take that into consideration and make its decision.”

Hina, 23.11.2009.

Risiko-Blogger

Monday, August 31st, 2009

Risiko-Blogger

Der kroatische Journalist Zeljko Peratovic meint, dass nationales Interesse keine Morde rechtfertigt. Das schafft ihm Feinde

ZAGREB. “Wir haben hier eine Anzeige gegen Sie”, sagte der freundliche Polizist an der Haustr. “Sie sollen Ihr Kind unsittlich angefasst haben.” Zeljko Peratovic hat schon viel erlebt in seinem Journalistendasein: Er hat ber den Krieg berichtet und sein wichtigster Informant, ein guter Freund zudem, wurde in die Luft gesprengt. Aber der schlimmste Horror packte ihn in dem Moment, als er an seiner Haustr in Zagreb dem freundlichen Polizisten ins Auge sah. Denn den Krieg und den Mord erlebte der heute 42-Jhrige noch als Journalist mit einer Zeitung im Rcken. Als die Polizei bei ihm klingelte, war er nur noch ein Blogger – ein Unterschied, der sehr wichtig werden kann.

Zeljko Peratovic ist in Kroatien nicht irgendwer. Peratovic hat das Massaker von Gospic publik gemacht: Als Reporter der Wochenzeitung Globus publizierte er die Grueltaten in der beschaulichen kroatischen Kleinstadt, wo 1991, zu Beginn des Krieges, reihenweise Serben aus ihren Husern geholt, in einen geheimnisvollen VW Golf gezerrt, in den Wald gefahren und dort erschossen wurden. Nicht alle Kroaten mochten zu den Verbrechen schweigen. “Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Omas umzubringen”, sagte ein kroatischer Soldat und wurde zu Peratovics Kronzeugen. Dieser freundete sich mit dem tapferen Aussteiger an.

Aber noch bevor der Soldat aussagen konnte, sprengte ihn im Februar 2000 eine Autobombe in die Luft. Seine Geschichten ber Gospic machten den Journalisten Peratovic zu einem Helden des “anderen Kroatien”: der starken Minderheit, die schon immer der Meinung war, dass man selbst dann nicht schweigen, lgen oder gar morden drfe, wenn das mit einem angeblichen nationalen Interesse begrndet wird.

Als der Kronzeuge bei dem Attentat starb, war dieses andere Kroatien soeben zur Mehrheit geworden. Der autokratische Staatsgrnder Tudjman war wenige Wochen tot, und Prsident wurde kurz darauf ein Mann, der ber die Gruel mit Tudjman und seinen Radikalen gebrochen hatte: Stipe Mesic. Es gab eine dunkle Szene, die der nationalen Extremisten und der Mafiosi, und ein helle der liberalen Demokraten. Nach der dunklen war die helle ra angebrochen.

Wenn der klapperdrre Peratovic in der Innenstadt Zagrebs an den schicken Terrassencafs vorbeiluft, kommt er aus dem Gren nicht heraus. Herr Goldstein, der langjhrige Vorsitzende der jdischen Gemeinde, will wissen, wie es ihm gehe, und warum er so schlecht aussehe. Vom anderen Ende der Strae winkt Herr Letica, ein Publizist, der in Kroatien einmal Staatsprsident werden wollte. Wenn Peratovic von wichtigen Leuten so freundlich gegrt wird, dann auch aus scheuem Respekt. Bei Zeljko kann man nie wissen. Wer ihn einmal getroffen hat, hat schnell heraus, dass der Mann bei nationalistischen Mystifizierungen nicht mitmacht. Sturheit und Eigensinn treiben seine Recherchen, taktische Allianzen sind dem Manne fremd.

Karriere macht man mit einem solchen Charakter nicht – auch keine Journalistenkarriere. Beim Magazin Globus wurde er irgendwann entlassen. Seit vier Jahren ist Peratovic arbeitslos und passt auf die fnfjhrige Tochter auf, whrend seine kranke Frau meistens in der Schweiz weilt.

Und er bloggt. Statt wohlfeiler Attacken auf die Szene der nationalen Dunkelmnner findet man unter peratovic.net und peratovic.blog.hr Geschichten, die man sonst nirgends liest. Die meisten drehen sich um die fragwrdigen Netzwerke, auch die des “anderen”, des guten Kroatien. Was fr eine Freundschaft zum Beispiel verband den liberalen Staatsprsidenten mit dem zwielichtigen Verleger Pukanic, der im letzten Herbst Opfer eines Mordanschlags wurde? Und was verband diesen so herzlich mit einem inzwischen einsitzenden Mafioso? Das sind einstweilen nur Fragen. Auf dem Peratovic-Blog wird aber rasch ein richtiges Netzwerk daraus – nicht durch vorschnelle Behauptungen, dafr ist der gelernte Journalist zu vorsichtig, sondern einfach durch die Flle der Fragen und Details. Die zentrale Rolle in den langen, ausfhrlichen Geschichten auf Peratovics Website spielt immer wieder ein Mann: Tomislav Karamarko, 50.

Der gehrt in Kroatien eigentlich zu den Guten. Als der vormalige Polizeichef und Geheimdienstler im letzten Herbst nach einer erschtternden Serie von Mafiamorden zum Innen- und damit Polizeiminister berufen wurde, gab es viel liberalen Applaus. Man kennt Karamarko als nchtern, przise, korrekt. Endlich ein Fachmann im Amt, jubelten die Bltter – auch wenn das nicht ganz stimmte. Er entstammt dem engeren politischen Umfeld des heutigen Staatsprsidenten Mesic, mit ihm hatte das demokratische Zagreb einen der Seinen in einer echten Machtposition.

Zeljko Peratovic aber fragte sich, was dieser hohe Polizist eigentlich damals, als sein Freund in die Luft gesprengt wurde, zur Aufklrung getan hat. Er leuchtete in seinem Blog die Geschfte jener Sicherheitsfirma aus, die Karamarko zeitweilig betrieben hatte: Wen hatte er eigentlich geschtzt? Wer waren die Miteigentmer? Als Karamarko Geheimdienstchef war, klingelte es bei Peratovic schon einmal an der Tr: “Verdacht auf Geheimnisverrat”. Ein Trupp von acht Polizisten durchsuchte die bescheidene Wohnung, griff sich die Laptops, beschlagnahmte die gesamte Dokumentation und nahm Peratovic mit zum Verhr. Im Jahr darauf zeigte der Geheimdienstchef den Blogger persnlich an – wegen “Ausstreuens von bekanntermaen falschen Gerchten mit dem Ziel, eine grere Zahl Brger zu beunruhigen”.

Als die Anzeige zur Verhandlung kam, war Karamarko schon Minister und fhrte vor Gericht als “beunruhigte Brger” seine weitere Verwandtschaft auf. Die Justiz vergrub das noch immer offene Verfahren in den Tiefen des Gerichtswesens. Als es jetzt wieder an der Tr klingelte und ein Polizist ihm mit der anonymen Anzeige wegen Kindesmissbrauch kam, witterte Peratovic wieder den Dienstherrn dahinter – auch wenn er das so nicht sagt. Die Grenze zwischen Kafka und Paranoia ist auch fr Enthllungsjournalisten nicht leicht zu ziehen.

Was also bedeutet die Aktion: Angriff eines Mchtigen auf einen Machtlosen? Oder wehrt sich hier ein honoriger Mann gegen ble Nachrede? Das Problem ist nicht blo ein kroatisches.

Arbeit ohne Rckendeckung

“Zwischen Zeitungen und Politikern herrscht ein etabliertes System von Geben und Nehmen”, sagt Markus Beckedahl, Betreiber der deutschen Website netzpolitik.de. “Auf Angriffe aus dem Blog reagiert die Politik dagegen zuweilen bertrieben”, meint der Blogging-Forscher. Fr Zeitungsartikel, auch von freien Journalisten, ist immer ein angestellter Redakteur verantwortlich, und der hat einen Verlag und eine Redaktion hinter sich. Ein Blogger dagegen, der sich an die Politik wagt, spielt Eishockey ohne Helm und Knieschtzer.

In Kroatien kommt hinzu, dass nicht einmal die Regeln zwischen Politik und Presse klar sind. Gegendarstellungen, selbst Strafanzeigen sind an der Tagesordnung, und einflussreiche Bltter streuen immer so viele Gerchte aus, wie sie glauben sich leisten zu knnen. Blogger knnen sich gar nichts leisten. Im Vorjahr musste ein Mann aus Vukovar sogar ins Gefngnis: Der Brgermeister hatte sich von ihm beleidigt gefhlt. Auch Politiker tun, was sie sich leisten knnen – und das ist relativ viel.

Solidaritt geniet Zeljko Peratovic wenig. Das wundert nicht, denn in seinen Netzwerk-Geschichten tauchen auch schon mal die Namen von Journalistenkollegen auf, die dann nicht dazu neigen, ihn auch noch zu verteidigen. Aus dem Verband investigativer Journalisten ist Peratovic ausgetreten. Dessen Vorsitzende Renata Ivanovic ist von der Attacke gegen ihren Ex-Kollegen trotzdem alarmiert. “Im vorliegenden Fall ist Zeljko sicher das Opfer”, sagt die Wirtschaftsjournalistin. Allerdings sei investigativer Journalismus, wie der Fall zeige, etwas fr Teams und nichts fr Einzelne: “Ohne gute Logistik keine Enthllungen.” Das wenigstens hat Zeljko Peratovic hieb- und stichfest bewiesen.


Norbert Mappes-Niediek, Berliner Zeitung, 28. August, 2009.

Risiko-Blogger

Monday, August 31st, 2009

Risiko-Blogger

Der kroatische Journalist Zeljko Peratovic meint, dass nationales Interesse keine Morde rechtfertigt. Das schafft ihm Feinde

ZAGREB. “Wir haben hier eine Anzeige gegen Sie”, sagte der freundliche Polizist an der Haustr. “Sie sollen Ihr Kind unsittlich angefasst haben.” Zeljko Peratovic hat schon viel erlebt in seinem Journalistendasein: Er hat ber den Krieg berichtet und sein wichtigster Informant, ein guter Freund zudem, wurde in die Luft gesprengt. Aber der schlimmste Horror packte ihn in dem Moment, als er an seiner Haustr in Zagreb dem freundlichen Polizisten ins Auge sah. Denn den Krieg und den Mord erlebte der heute 42-Jhrige noch als Journalist mit einer Zeitung im Rcken. Als die Polizei bei ihm klingelte, war er nur noch ein Blogger – ein Unterschied, der sehr wichtig werden kann.

Zeljko Peratovic ist in Kroatien nicht irgendwer. Peratovic hat das Massaker von Gospic publik gemacht: Als Reporter der Wochenzeitung Globus publizierte er die Grueltaten in der beschaulichen kroatischen Kleinstadt, wo 1991, zu Beginn des Krieges, reihenweise Serben aus ihren Husern geholt, in einen geheimnisvollen VW Golf gezerrt, in den Wald gefahren und dort erschossen wurden. Nicht alle Kroaten mochten zu den Verbrechen schweigen. “Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Omas umzubringen”, sagte ein kroatischer Soldat und wurde zu Peratovics Kronzeugen. Dieser freundete sich mit dem tapferen Aussteiger an.

Aber noch bevor der Soldat aussagen konnte, sprengte ihn im Februar 2000 eine Autobombe in die Luft. Seine Geschichten ber Gospic machten den Journalisten Peratovic zu einem Helden des “anderen Kroatien”: der starken Minderheit, die schon immer der Meinung war, dass man selbst dann nicht schweigen, lgen oder gar morden drfe, wenn das mit einem angeblichen nationalen Interesse begrndet wird.

Als der Kronzeuge bei dem Attentat starb, war dieses andere Kroatien soeben zur Mehrheit geworden. Der autokratische Staatsgrnder Tudjman war wenige Wochen tot, und Prsident wurde kurz darauf ein Mann, der ber die Gruel mit Tudjman und seinen Radikalen gebrochen hatte: Stipe Mesic. Es gab eine dunkle Szene, die der nationalen Extremisten und der Mafiosi, und ein helle der liberalen Demokraten. Nach der dunklen war die helle ra angebrochen.

Wenn der klapperdrre Peratovic in der Innenstadt Zagrebs an den schicken Terrassencafs vorbeiluft, kommt er aus dem Gren nicht heraus. Herr Goldstein, der langjhrige Vorsitzende der jdischen Gemeinde, will wissen, wie es ihm gehe, und warum er so schlecht aussehe. Vom anderen Ende der Strae winkt Herr Letica, ein Publizist, der in Kroatien einmal Staatsprsident werden wollte. Wenn Peratovic von wichtigen Leuten so freundlich gegrt wird, dann auch aus scheuem Respekt. Bei Zeljko kann man nie wissen. Wer ihn einmal getroffen hat, hat schnell heraus, dass der Mann bei nationalistischen Mystifizierungen nicht mitmacht. Sturheit und Eigensinn treiben seine Recherchen, taktische Allianzen sind dem Manne fremd.

Karriere macht man mit einem solchen Charakter nicht – auch keine Journalistenkarriere. Beim Magazin Globus wurde er irgendwann entlassen. Seit vier Jahren ist Peratovic arbeitslos und passt auf die fnfjhrige Tochter auf, whrend seine kranke Frau meistens in der Schweiz weilt.

Und er bloggt. Statt wohlfeiler Attacken auf die Szene der nationalen Dunkelmnner findet man unter peratovic.net und peratovic.blog.hr Geschichten, die man sonst nirgends liest. Die meisten drehen sich um die fragwrdigen Netzwerke, auch die des “anderen”, des guten Kroatien. Was fr eine Freundschaft zum Beispiel verband den liberalen Staatsprsidenten mit dem zwielichtigen Verleger Pukanic, der im letzten Herbst Opfer eines Mordanschlags wurde? Und was verband diesen so herzlich mit einem inzwischen einsitzenden Mafioso? Das sind einstweilen nur Fragen. Auf dem Peratovic-Blog wird aber rasch ein richtiges Netzwerk daraus – nicht durch vorschnelle Behauptungen, dafr ist der gelernte Journalist zu vorsichtig, sondern einfach durch die Flle der Fragen und Details. Die zentrale Rolle in den langen, ausfhrlichen Geschichten auf Peratovics Website spielt immer wieder ein Mann: Tomislav Karamarko, 50.

Der gehrt in Kroatien eigentlich zu den Guten. Als der vormalige Polizeichef und Geheimdienstler im letzten Herbst nach einer erschtternden Serie von Mafiamorden zum Innen- und damit Polizeiminister berufen wurde, gab es viel liberalen Applaus. Man kennt Karamarko als nchtern, przise, korrekt. Endlich ein Fachmann im Amt, jubelten die Bltter – auch wenn das nicht ganz stimmte. Er entstammt dem engeren politischen Umfeld des heutigen Staatsprsidenten Mesic, mit ihm hatte das demokratische Zagreb einen der Seinen in einer echten Machtposition.

Zeljko Peratovic aber fragte sich, was dieser hohe Polizist eigentlich damals, als sein Freund in die Luft gesprengt wurde, zur Aufklrung getan hat. Er leuchtete in seinem Blog die Geschfte jener Sicherheitsfirma aus, die Karamarko zeitweilig betrieben hatte: Wen hatte er eigentlich geschtzt? Wer waren die Miteigentmer? Als Karamarko Geheimdienstchef war, klingelte es bei Peratovic schon einmal an der Tr: “Verdacht auf Geheimnisverrat”. Ein Trupp von acht Polizisten durchsuchte die bescheidene Wohnung, griff sich die Laptops, beschlagnahmte die gesamte Dokumentation und nahm Peratovic mit zum Verhr. Im Jahr darauf zeigte der Geheimdienstchef den Blogger persnlich an – wegen “Ausstreuens von bekanntermaen falschen Gerchten mit dem Ziel, eine grere Zahl Brger zu beunruhigen”.

Als die Anzeige zur Verhandlung kam, war Karamarko schon Minister und fhrte vor Gericht als “beunruhigte Brger” seine weitere Verwandtschaft auf. Die Justiz vergrub das noch immer offene Verfahren in den Tiefen des Gerichtswesens. Als es jetzt wieder an der Tr klingelte und ein Polizist ihm mit der anonymen Anzeige wegen Kindesmissbrauch kam, witterte Peratovic wieder den Dienstherrn dahinter – auch wenn er das so nicht sagt. Die Grenze zwischen Kafka und Paranoia ist auch fr Enthllungsjournalisten nicht leicht zu ziehen.

Was also bedeutet die Aktion: Angriff eines Mchtigen auf einen Machtlosen? Oder wehrt sich hier ein honoriger Mann gegen ble Nachrede? Das Problem ist nicht blo ein kroatisches.

Arbeit ohne Rckendeckung

“Zwischen Zeitungen und Politikern herrscht ein etabliertes System von Geben und Nehmen”, sagt Markus Beckedahl, Betreiber der deutschen Website netzpolitik.de. “Auf Angriffe aus dem Blog reagiert die Politik dagegen zuweilen bertrieben”, meint der Blogging-Forscher. Fr Zeitungsartikel, auch von freien Journalisten, ist immer ein angestellter Redakteur verantwortlich, und der hat einen Verlag und eine Redaktion hinter sich. Ein Blogger dagegen, der sich an die Politik wagt, spielt Eishockey ohne Helm und Knieschtzer.

In Kroatien kommt hinzu, dass nicht einmal die Regeln zwischen Politik und Presse klar sind. Gegendarstellungen, selbst Strafanzeigen sind an der Tagesordnung, und einflussreiche Bltter streuen immer so viele Gerchte aus, wie sie glauben sich leisten zu knnen. Blogger knnen sich gar nichts leisten. Im Vorjahr musste ein Mann aus Vukovar sogar ins Gefngnis: Der Brgermeister hatte sich von ihm beleidigt gefhlt. Auch Politiker tun, was sie sich leisten knnen – und das ist relativ viel.

Solidaritt geniet Zeljko Peratovic wenig. Das wundert nicht, denn in seinen Netzwerk-Geschichten tauchen auch schon mal die Namen von Journalistenkollegen auf, die dann nicht dazu neigen, ihn auch noch zu verteidigen. Aus dem Verband investigativer Journalisten ist Peratovic ausgetreten. Dessen Vorsitzende Renata Ivanovic ist von der Attacke gegen ihren Ex-Kollegen trotzdem alarmiert. “Im vorliegenden Fall ist Zeljko sicher das Opfer”, sagt die Wirtschaftsjournalistin. Allerdings sei investigativer Journalismus, wie der Fall zeige, etwas fr Teams und nichts fr Einzelne: “Ohne gute Logistik keine Enthllungen.” Das wenigstens hat Zeljko Peratovic hieb- und stichfest bewiesen.


Norbert Mappes-Niediek, Berliner Zeitung, 28. August, 2009.

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Thursday, August 6th, 2009

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Nach seinen Enthllungen ber Kriegsverbrechen verlor der prominente kroatische Journalist eljko Peratović seinen Arbeitsplatz
Jetzt durchleuchtet er als Blogger dubiose Netzwerke – und erhlt Polizeibesuch.

“Wir haben hier eine Anzeige gegen Sie”, sagte der freundliche Polizist an der Haustr. “Sie sollen Ihr Kind unsittlich angefasst haben.” eljko Peratović hat vom Krieg berichtet. Spter wurde sein wichtigster Informant, ein guter Freund zudem, in die Luft gesprengt. Aber der schlimmste Horror war der Moment, als er an seiner Haustr in Zagreb dem freundlichen Polizisten ins Auge sah. Denn den Krieg und den Mord an seinem Freund erlebte der heute 42-Jhrige noch als Journalist. Als die Polizei bei ihm klingelte, war er nur noch Blogger. Ein Unterschied, der sehr wichtig werden kann.

eljko Peratović ist in Kroatien nicht irgendwer. Er war der Mann, der das Massaker von Gospić publik gemacht hat. Noch als Reporter der Wochenzeitung Globus schrieb er ber die Grueltaten in der beschaulichen kroatischen Kleinstadt, wo 1991, zu Beginn des Krieges, reihenweise Serben aus ihren Husern geholt und im Wald erschossen wurden. Nicht alle Kroaten mochten zu den Verbrechen schweigen. “Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Omas umzubringen” , sagte sich ein kroatischer Soldat und wurde zum Kronzeugen. Peratović freundete sich mit dem mutigen Aussteiger an. Aber noch bevor der Soldat aussagen konnte, ttete ihn im August 2000 eine Autobombe.
Peratović aber wurde bei Globus entlassen. Seit vier Jahren ist er nun arbeitslos und passt auf die fnfjhrige Tochter auf, whrend seine kranke Frau meistens in der Schweiz weilt. Und bloggt.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

Die zentrale Rolle in den langen Geschichten auf Peratovićs Website spielt immer wieder ein Mann: Tomislav Karamarko. Der gehrt in Kroatien eigentlich zu den “good guys” . Als der heute 50-Jhrige im letzten Herbst nach einer erschtternden Serie von Mafiamorden zum Innen- und damit Polizeiminister berufen wurde, gab es viel liberalen Applaus.

Peratović aber fragte sich, was der hohe Polizist eigentlich getan hatte, als seinerzeit sein Freund in die Luft gesprengt wurde. Er leuchtete in seinem Blog die Geschfte der Sicherheitsfirma aus, die der Hoffnungstrger zeitweilig betrieben hatte: Wen hatte er da geschtzt? Wer waren die Miteigentmer? Noch als Karamarko Geheimdienstchef war, klingelte es bei Peratović schon einmal an der Tr: “Verdacht auf Geheimnisverrat.” Ein Trupp von acht Polizisten durchsuchte die bescheidene Wohnung, griff sich die Laptops, beschlagnahmte die gesamte Dokumentation und nahm Peratović mit zum Verhr. Im Jahr darauf zeigte der Geheimdienstchef den Blogger persnlich an – wegen “Ausstreuens von bekanntermaen falschen Gerchten mit dem Ziel, eine grere Zahl Brger zu beunruhigen” . Als die Anzeige zur Verhandlung kam, war Karamarko schon Minister und fhrte vor Gericht als “beunruhigte Brger” seine weitere Verwandtschaft an. Die Justiz vergrub das noch immer offene Verfahren in den Tiefen des Gerichtswesens. Als es jetzt wieder an der Tr klingelte und ein Polizist ihm mit der anonymen Anzeige wegen Kindesmissbrauchs kam, witterte Peratović wieder dessen Dienstherrn dahinter. Auch wenn er das so nicht sagt.

(Norbert Mappes-Niediek aus Zagreb/DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2009)

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Thursday, August 6th, 2009

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Nach seinen Enthllungen ber Kriegsverbrechen verlor der prominente kroatische Journalist eljko Peratović seinen Arbeitsplatz
Jetzt durchleuchtet er als Blogger dubiose Netzwerke – und erhlt Polizeibesuch.

“Wir haben hier eine Anzeige gegen Sie”, sagte der freundliche Polizist an der Haustr. “Sie sollen Ihr Kind unsittlich angefasst haben.” eljko Peratović hat vom Krieg berichtet. Spter wurde sein wichtigster Informant, ein guter Freund zudem, in die Luft gesprengt. Aber der schlimmste Horror war der Moment, als er an seiner Haustr in Zagreb dem freundlichen Polizisten ins Auge sah. Denn den Krieg und den Mord an seinem Freund erlebte der heute 42-Jhrige noch als Journalist. Als die Polizei bei ihm klingelte, war er nur noch Blogger. Ein Unterschied, der sehr wichtig werden kann.

eljko Peratović ist in Kroatien nicht irgendwer. Er war der Mann, der das Massaker von Gospić publik gemacht hat. Noch als Reporter der Wochenzeitung Globus schrieb er ber die Grueltaten in der beschaulichen kroatischen Kleinstadt, wo 1991, zu Beginn des Krieges, reihenweise Serben aus ihren Husern geholt und im Wald erschossen wurden. Nicht alle Kroaten mochten zu den Verbrechen schweigen. “Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Omas umzubringen” , sagte sich ein kroatischer Soldat und wurde zum Kronzeugen. Peratović freundete sich mit dem mutigen Aussteiger an. Aber noch bevor der Soldat aussagen konnte, ttete ihn im August 2000 eine Autobombe.
Peratović aber wurde bei Globus entlassen. Seit vier Jahren ist er nun arbeitslos und passt auf die fnfjhrige Tochter auf, whrend seine kranke Frau meistens in der Schweiz weilt. Und bloggt.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

Die zentrale Rolle in den langen Geschichten auf Peratovićs Website spielt immer wieder ein Mann: Tomislav Karamarko. Der gehrt in Kroatien eigentlich zu den “good guys” . Als der heute 50-Jhrige im letzten Herbst nach einer erschtternden Serie von Mafiamorden zum Innen- und damit Polizeiminister berufen wurde, gab es viel liberalen Applaus.

Peratović aber fragte sich, was der hohe Polizist eigentlich getan hatte, als seinerzeit sein Freund in die Luft gesprengt wurde. Er leuchtete in seinem Blog die Geschfte der Sicherheitsfirma aus, die der Hoffnungstrger zeitweilig betrieben hatte: Wen hatte er da geschtzt? Wer waren die Miteigentmer? Noch als Karamarko Geheimdienstchef war, klingelte es bei Peratović schon einmal an der Tr: “Verdacht auf Geheimnisverrat.” Ein Trupp von acht Polizisten durchsuchte die bescheidene Wohnung, griff sich die Laptops, beschlagnahmte die gesamte Dokumentation und nahm Peratović mit zum Verhr. Im Jahr darauf zeigte der Geheimdienstchef den Blogger persnlich an – wegen “Ausstreuens von bekanntermaen falschen Gerchten mit dem Ziel, eine grere Zahl Brger zu beunruhigen” . Als die Anzeige zur Verhandlung kam, war Karamarko schon Minister und fhrte vor Gericht als “beunruhigte Brger” seine weitere Verwandtschaft an. Die Justiz vergrub das noch immer offene Verfahren in den Tiefen des Gerichtswesens. Als es jetzt wieder an der Tr klingelte und ein Polizist ihm mit der anonymen Anzeige wegen Kindesmissbrauchs kam, witterte Peratović wieder dessen Dienstherrn dahinter. Auch wenn er das so nicht sagt.

(Norbert Mappes-Niediek aus Zagreb/DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2009)

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Thursday, August 6th, 2009

Wenn der Polizeiminister gren lsst

Nach seinen Enthllungen ber Kriegsverbrechen verlor der prominente kroatische Journalist eljko Peratović seinen Arbeitsplatz
Jetzt durchleuchtet er als Blogger dubiose Netzwerke – und erhlt Polizeibesuch.

“Wir haben hier eine Anzeige gegen Sie”, sagte der freundliche Polizist an der Haustr. “Sie sollen Ihr Kind unsittlich angefasst haben.” eljko Peratović hat vom Krieg berichtet. Spter wurde sein wichtigster Informant, ein guter Freund zudem, in die Luft gesprengt. Aber der schlimmste Horror war der Moment, als er an seiner Haustr in Zagreb dem freundlichen Polizisten ins Auge sah. Denn den Krieg und den Mord an seinem Freund erlebte der heute 42-Jhrige noch als Journalist. Als die Polizei bei ihm klingelte, war er nur noch Blogger. Ein Unterschied, der sehr wichtig werden kann.

eljko Peratović ist in Kroatien nicht irgendwer. Er war der Mann, der das Massaker von Gospić publik gemacht hat. Noch als Reporter der Wochenzeitung Globus schrieb er ber die Grueltaten in der beschaulichen kroatischen Kleinstadt, wo 1991, zu Beginn des Krieges, reihenweise Serben aus ihren Husern geholt und im Wald erschossen wurden. Nicht alle Kroaten mochten zu den Verbrechen schweigen. “Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Omas umzubringen” , sagte sich ein kroatischer Soldat und wurde zum Kronzeugen. Peratović freundete sich mit dem mutigen Aussteiger an. Aber noch bevor der Soldat aussagen konnte, ttete ihn im August 2000 eine Autobombe.
Peratović aber wurde bei Globus entlassen. Seit vier Jahren ist er nun arbeitslos und passt auf die fnfjhrige Tochter auf, whrend seine kranke Frau meistens in der Schweiz weilt. Und bloggt.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

eljko Peratović (re.) auf einem Archivfoto mit dem frheren kroatischen Regierungschef Josip Manolić, der im Prozess um die Kriegsverbrechen von Gospić als Zeuge der Anklage aussagte.

Die zentrale Rolle in den langen Geschichten auf Peratovićs Website spielt immer wieder ein Mann: Tomislav Karamarko. Der gehrt in Kroatien eigentlich zu den “good guys” . Als der heute 50-Jhrige im letzten Herbst nach einer erschtternden Serie von Mafiamorden zum Innen- und damit Polizeiminister berufen wurde, gab es viel liberalen Applaus.

Peratović aber fragte sich, was der hohe Polizist eigentlich getan hatte, als seinerzeit sein Freund in die Luft gesprengt wurde. Er leuchtete in seinem Blog die Geschfte der Sicherheitsfirma aus, die der Hoffnungstrger zeitweilig betrieben hatte: Wen hatte er da geschtzt? Wer waren die Miteigentmer? Noch als Karamarko Geheimdienstchef war, klingelte es bei Peratović schon einmal an der Tr: “Verdacht auf Geheimnisverrat.” Ein Trupp von acht Polizisten durchsuchte die bescheidene Wohnung, griff sich die Laptops, beschlagnahmte die gesamte Dokumentation und nahm Peratović mit zum Verhr. Im Jahr darauf zeigte der Geheimdienstchef den Blogger persnlich an – wegen “Ausstreuens von bekanntermaen falschen Gerchten mit dem Ziel, eine grere Zahl Brger zu beunruhigen” . Als die Anzeige zur Verhandlung kam, war Karamarko schon Minister und fhrte vor Gericht als “beunruhigte Brger” seine weitere Verwandtschaft an. Die Justiz vergrub das noch immer offene Verfahren in den Tiefen des Gerichtswesens. Als es jetzt wieder an der Tr klingelte und ein Polizist ihm mit der anonymen Anzeige wegen Kindesmissbrauchs kam, witterte Peratović wieder dessen Dienstherrn dahinter. Auch wenn er das so nicht sagt.

(Norbert Mappes-Niediek aus Zagreb/DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2009)

Les poursuites juridiques lencontre de Zeljko Peratovic toujours infondes

Friday, July 3rd, 2009

COMMUNIQUE DE PRESSE

13 mai 2009

Croatie

Les poursuites juridiques lencontre de Zeljko Peratovic toujours infondes

_____

Activists from the Paris-based press freedom group Reporters Without Borders, Robert Menard, left, Vincent Brossel, center, and Jean-Francois Julliard, right

Activists from the Paris-based press freedom group Reporters Without Borders, Robert Menard, left, Vincent Brossel, center, and Jean-Francois Julliard, right

________________________________________________________________

Reporters sans frontires dnonce le maintien des poursuites ouvertes le 14 janvier 2008 lencontre du journaliste Zeljko Peratovic, la demande du ministre de lIntrieur Tomislav Karamarko, qui laccuse davoir contrevenu larticle 322/1 KZA du code pnal prescrivant une peine de prison dun an et des amendes pour toute personne qui diffuserait des informations de nature inquiter la population .

Le ministre de l’Intrieur avait dj t auditionn une premire fois lissue de quoi il stait avr incapable d’apporter la preuve que les lments juridiques du dlit taient runis. En convoquant le 11 mai 2009 Tomislav Karamarko pour une seconde audition, la juge lui donnait une nouvelle occasion de dfendre sa position l’aide de tmoins membres de son entourage proche. En vain.

Il est dsormais plus que temps de clturer ce dossier qui ne repose sur aucun fondement. Les poursuites tablies sur la base de larticle 322/1 sont inconsistantes et irrecevables. La notion dinformation de nature inquiter la population constitue une vision obsolte de la libert dexpression , a dclar Reporters sans frontires.

Malgr lopportunit ouverte par cette seconde audition, le ministre na manifestement toujours pas les moyens de prouver le bien-fond de ses accusations. Les liens de Tomislav Karamarko avec les tmoins cits rsument bien toute la partialit des poursuites engages. Le public inquit par les informations publies par Zeljko Peratovic peut-il tre raisonnablement rduit cinq personnes, membres de la famille du ministre ou anciens collaborateurs du service des renseignements quil dirigeait auparavant? , a ajout lorganisation.

Nous demandons aux autorits judiciaires en charge du dossier dannuler toutes les poursuites ouvertes lencontre de Zeljko Peratovic , a conclu Jean-Franois Julliard, secrtaire gnral de Reporters sans frontires.

Sur ses blogs (peratovic.net et peratovic.blog.hr), Zeljko Peratovic a dnonc lobstruction pratique par Tomislav Karamarko dans lenqute sur la mort de Milan Levar, un tmoin protg du Tribunal pnal international pour lex-Yougoslavie (TPIY) dcd dans lexplosion de sa voiture, le 28 aot 2000 Gospic.

47, rue Vivienne – 75002 Paris (France)

Tel : 33 1 44 83 84 67 Fax : 33 1 45 23 11 51

rsf_eu@rsf.org – Plus d’informations www.rsf.org

Les poursuites juridiques lencontre de Zeljko Peratovic toujours infondes

Friday, July 3rd, 2009

COMMUNIQUE DE PRESSE

13 mai 2009

Croatie

Les poursuites juridiques lencontre de Zeljko Peratovic toujours infondes

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Activists from the Paris-based press freedom group Reporters Without Borders, Robert Menard, left, Vincent Brossel, center, and Jean-Francois Julliard, right

Activists from the Paris-based press freedom group Reporters Without Borders, Robert Menard, left, Vincent Brossel, center, and Jean-Francois Julliard, right

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Reporters sans frontires dnonce le maintien des poursuites ouvertes le 14 janvier 2008 lencontre du journaliste Zeljko Peratovic, la demande du ministre de lIntrieur Tomislav Karamarko, qui laccuse davoir contrevenu larticle 322/1 KZA du code pnal prescrivant une peine de prison dun an et des amendes pour toute personne qui diffuserait des informations de nature inquiter la population .

Le ministre de l’Intrieur avait dj t auditionn une premire fois lissue de quoi il stait avr incapable d’apporter la preuve que les lments juridiques du dlit taient runis. En convoquant le 11 mai 2009 Tomislav Karamarko pour une seconde audition, la juge lui donnait une nouvelle occasion de dfendre sa position l’aide de tmoins membres de son entourage proche. En vain.

Il est dsormais plus que temps de clturer ce dossier qui ne repose sur aucun fondement. Les poursuites tablies sur la base de larticle 322/1 sont inconsistantes et irrecevables. La notion dinformation de nature inquiter la population constitue une vision obsolte de la libert dexpression , a dclar Reporters sans frontires.

Malgr lopportunit ouverte par cette seconde audition, le ministre na manifestement toujours pas les moyens de prouver le bien-fond de ses accusations. Les liens de Tomislav Karamarko avec les tmoins cits rsument bien toute la partialit des poursuites engages. Le public inquit par les informations publies par Zeljko Peratovic peut-il tre raisonnablement rduit cinq personnes, membres de la famille du ministre ou anciens collaborateurs du service des renseignements quil dirigeait auparavant? , a ajout lorganisation.

Nous demandons aux autorits judiciaires en charge du dossier dannuler toutes les poursuites ouvertes lencontre de Zeljko Peratovic , a conclu Jean-Franois Julliard, secrtaire gnral de Reporters sans frontires.

Sur ses blogs (peratovic.net et peratovic.blog.hr), Zeljko Peratovic a dnonc lobstruction pratique par Tomislav Karamarko dans lenqute sur la mort de Milan Levar, un tmoin protg du Tribunal pnal international pour lex-Yougoslavie (TPIY) dcd dans lexplosion de sa voiture, le 28 aot 2000 Gospic.

47, rue Vivienne – 75002 Paris (France)

Tel : 33 1 44 83 84 67 Fax : 33 1 45 23 11 51

rsf_eu@rsf.org – Plus d’informations www.rsf.org

Interior minister fails again to support charges against journalist

Friday, July 3rd, 2009

PRESS RELEASE

13 may 2009

Croatia

Interior minister fails again to support charges against journalist

_____________________________________________________________________

Reporters Without Borders condemns a court decision to continue investigating the charge of disseminating information likely to upset the population under article 322/1 of the criminal code that was brought against journalist Zeljko Peratovic in January at the behest at interior minister Tomislav Karamarko. It carries a maximum sentence of a year in prison as well as a possible fine.

Karamarko initiated the case against Peratovic because of allegations he made in two blogs, peratovic.net and peratovic.blog.hr, accusing Karamarko of obstructing the investigation into the death of Milan Levar, a witness under the protection of the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), who was killed by a car bomb in Gospic in August 2000.

Karamarko failed to produce any legally sound evidence against Peratovic when he was initially questioned in court. A second hearing was held in the case on 11 May at which the minister was given another chance. He brought several aides and close associates along to testify but he again failed to support the charge.

It is high time to close this case, which has no foundation, Reporters Without Borders said. The charges under article 322/1 are inconsistent and should be dismissed. The very concept of information likely to upset the population is based on an obsolete idea of free expression.

Despite being given another opportunity at this second hearing, the interior minister still clearly lacks the means to support his allegations. His ties to those who were summoned to testify highlight the lack of impartiality in this case. Is the population that is supposedly upset by Peratovics information limited to these five people, all relatives of the minister or members of the intelligence agency he used to head?

Reporters Without Borders added: We urge the judicial authorities in charge of this case to dismiss all the charges against Peratovic.

Interior minister fails again to support charges against journalist

Friday, July 3rd, 2009

PRESS RELEASE

13 may 2009

Croatia

Interior minister fails again to support charges against journalist

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Reporters Without Borders condemns a court decision to continue investigating the charge of disseminating information likely to upset the population under article 322/1 of the criminal code that was brought against journalist Zeljko Peratovic in January at the behest at interior minister Tomislav Karamarko. It carries a maximum sentence of a year in prison as well as a possible fine.

Karamarko initiated the case against Peratovic because of allegations he made in two blogs, peratovic.net and peratovic.blog.hr, accusing Karamarko of obstructing the investigation into the death of Milan Levar, a witness under the protection of the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), who was killed by a car bomb in Gospic in August 2000.

Karamarko failed to produce any legally sound evidence against Peratovic when he was initially questioned in court. A second hearing was held in the case on 11 May at which the minister was given another chance. He brought several aides and close associates along to testify but he again failed to support the charge.

It is high time to close this case, which has no foundation, Reporters Without Borders said. The charges under article 322/1 are inconsistent and should be dismissed. The very concept of information likely to upset the population is based on an obsolete idea of free expression.

Despite being given another opportunity at this second hearing, the interior minister still clearly lacks the means to support his allegations. His ties to those who were summoned to testify highlight the lack of impartiality in this case. Is the population that is supposedly upset by Peratovics information limited to these five people, all relatives of the minister or members of the intelligence agency he used to head?

Reporters Without Borders added: We urge the judicial authorities in charge of this case to dismiss all the charges against Peratovic.